Geld und Macht

Wie heißt es doch jeweils so schön: „Geld regiert die Welt“. Und „Wer das Geld hat, hat auch die Macht“.

Das dies auch im Fußball der Fall ist, haben wir irgendwie alle immer gewusst. Das Aufdecken der Machenschaften von Mitarbeitern und Mitgliedsverbänden der FIFA macht das aber erst so richtig deutlich. Eigentlich mehr als Schade, wenn es bei einem so tollen Sport sehr stark um Geld und um Macht geht. Wer weiß, was da noch so in den nächsten Wochen und Monaten aufgedeckt wird?
Wie heißt es auch so schön: „Der Fisch fängt bekanntlich am Kopf an zu stinken“. Ja in diesem Falle ist die FIFA der Kopf. S. Blatter als deren Chef hat nun seinen Rücktritt erklärt, aus meiner Sicht eine richtige Entscheidung. Jetzt kann man nur hoffen, dass sich generell was zum Positiven verändert.

Diese ganze Geschichte hat mich doch auch generell nachdenklich gemacht und hinterfragen lassen, wie zieht sich das generell durch die Verbände und Ligen und welchen Anteil haben wir Fans daran? Letztendlich könnte man darüber wohl „Romane“ schreiben, so umfassend ist das wohl alles geworden.

Aber ich möchte an dieser Stelle mal ein paar Dinge kurz aufzeigen.

In der Münchner-TZ habe ich diesen Artikel gefunden.

Es ist schon erstaunlich, was alles getan wird, damit Fußballer rasch wieder fit oder gar nicht erst verletzt werden. So sollen wohl nun regelmäßige Blut- und Urintests durchgeführt werden. Das zeigt auf, welche Rolle Spieler inzwischen einnehmen. Verletzte Spieler kosten Geld und bringen Verein nicht weiter.
Dafür wird dann auch – wie aus dem Artikel gut zu entnehmen ist und im nachfolgend Artikel der TZ nochmals untermauert wird – eine millionenschwere Anschaffung eines MRT-Gerätes incl. Zusatzgeräte getätigt.

Einerseits sicherlich gut und sinnvoll, andererseits zeigt es aber auch, was Spieler nun in Kauf nehmen müssen zum Nutzen des Vereins. (das ist eigentlich auch schon eine perfekte Überwachung und Einschränkung bestimmter Dinge).

Wie sich verletzte Spieler auswirken haben wir bei unserem FCB im Zusammenhang mit dem CL-Halbfinale deutlich zu spüren bekommen. Andererseits sage ich mir, es sind auch nur Menschen und keine Maschinen. Dies ist eine Gradwanderung zum Wohle des Vereins und zur Sicherung von Einnahmen und letztendlich auch von Macht. Aber es geht auch sicherlich darum, die Fans bei Laune zu halten, was sich letztendlich auch wieder in Form von Einnahmen auswirkt.

Ein Trikot eines erfolgreichen Vereins verkauft sich doch recht gut. Da achtet man oft nicht mal auf den Preis. So kostet aktuell „unser“ neues Hometrikot für einen Erwachsenen 84,95 Euro (ohne Beflockung!).

Wenn man erfährt, dass diese Trikots wohl für „einen Apfel und einen Ei“ aus Asien hier zu uns geliefert und für ein Vielfaches verkauft werden, so sieht man doch, wie hier „Geld gemacht“ wird. Gerade bei den viel geliebten Trikots wird doch mehr oder weniger abgezockt. Die Trikotpreise haben sich im Vergleich zur Vorsaison um 5 Euro erhöht.

Der obere Link macht aber auch deutlich – jetzt wo das Trikot der Vorsaison nicht mehr aktuell ist – dass man es auch für 55 Euro verkaufen kann und ich kann mir nicht vorstellen, dass dies mit Verlust erfolgt.

Wir als Fans tragen mit den Kauf – der zum Teil überteuerten Fanartikel – damit dabei, dass dies immer weiter steigenden Kosten finanziert werden können. Aber nicht nur damit, viele Gelder fließen über die TV-Vermarktung. Wenn keiner mehr schaut oder Sky abonnieren würde, dann würde sich evtl. auch etwas ändern. Mit dem Kauf der Produkte der Sponsoren – ich oute mich mal – ich kaufe selbst solche vom FCB beworbenen Dinge (und verweise auch darauf, dass ich über den FCB darauf aufmerksam gemacht wurde – was sicherlich auch im Sinne des Vereins ist) – trägt man auch dazu bei, dass weiterhin viel Geld fließt. Würde man bewusst auf den Kauf der Produkte von Sponsoren – auch von FIFA-Sponsoren – verzichten, würde sich vielleicht auch was ändern.

Aber nein, wer tut das aktuell schon?

Solange wir als Fans bereit sind, dieses „Spiel“ mitzumachen, wird sich auch nicht viel ändern.

Ich frage mich, aber inzwischen, auch aufgrund der FIFA-Vorkommnisse, wie lange machen wir „dieses Spiel“ noch mit? Bin gespannt, aber ehrlich gesagt glaube ich, dass sich trotz dieser Dinge vorerst nichts ändern wird. Der Fußball ist und wird es wohl auch bleiben, ein Milliardengeschäft.

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Anekdoten von ehemaligen Spielern, die gerade in der „Bild“ vorgestellt werden. Was damals noch möglich war, wäre heute undenkbar. Das zeigt auch, wie sehr sich der Fußball gewandelt hat.

Wer von euch zu diesem sicherlich interessanten Thema auch eine Kolumne schreiben will, ist hiermit herzlich eingeladen, denn – wie schon geschrieben – darüber könnte man wohl Romane schreiben.

Andreas Stricker
1. Vorsitzender
11.06.2015